Starkes Turnier, Medaille knapp verpasst

Leonardo Costa: Top-Ten-Platzierung bei der Junioren-WM

Nächster Stopp: Heimspiel bei der Deutschen Meisterschaft in München

Leonardo Costa hat bei der Junioren-Weltmeisterschaft in Petrovac, Montenegro, den achten Platz belegt. Nach einem vielversprechenden Turnierverlauf musste er sich in der finalen elften Runde dem norwegischen Großmeister (GM) Elham Amar geschlagen geben und verpasste damit knapp eine Medaille. Neuer Junioren-Weltmeister wurde der Inder GM Pranav Venkatesh, der mit 8,5 Punkten aus 11 Partien das Turnier dominierte.

Costa, der als Nummer zehn der Setzliste ins Turnier gestartet war, hatte sich einen Platz unter den Top Ten als Ziel gesetzt – und dieses erreicht. Nach einem zurückhaltenden Start mit zwei Punkteteilungen fand er immer besser ins Turnier und lag nach sieben Runden mit 5,5 Punkten auf Platz vier, in unmittelbarer Reichweite der Medaillenränge. Besonders beeindruckte er mit seiner kompromisslosen Spielweise: In der zehnten Runde gegen den indischen IM Aswath S. vermied er ein sicheres Remis, suchte aktiv nach Gewinnchancen und wurde für seinen Mut belohnt, als sein Gegner unter Druck die Nerven verlor.

Vor der entscheidenden letzten Runde war die Ausgangslage klar: Ein Sieg gegen GM Elham Amar hätte ihm höchstwahrscheinlich eine Medaille eingebracht. Doch der Norweger kontrollierte die Partie und zwang Costa zur Aufgabe. Damit fiel der Deutsche in der Endabrechnung mit 7,5 Punkten auf Rang 8 zurück.

costa romanov

Leonardo Costa mit Trainer Evgeny Romanov. | Foto: privat

Costa war nicht unzufrieden, aber selbstkritisch: „Mein Ziel war es, in die Top Ten zu kommen, das habe ich geschafft. Aber natürlich schmerzt es, weil ich zwischenzeitlich sogar Medaillenchancen hatte.“ Besonders sein Zeitmanagement sei ein Punkt, an dem er noch arbeiten müsse: „Das hat mich in kritischen Momenten unter Druck gesetzt.“ Sein Trainer, GM Jewgeni Romanow, zeigte sich dennoch sehr zufrieden mit Costas Leistung. „Leonardo ist ein außergewöhnliches Talent. Er liebt Schach und macht einen extrem guten Job am Brett. Das ist eine enorme Qualität.“ Besonders hob Romanow hervor, dass Costa sich im Turnierverlauf kontinuierlich gesteigert habe.

Mit der Junioren-WM endet für Leonardo Costa ein weiteres erfolgreiches Kapitel auf dem Weg zum Großmeister-Titel. Sein nächstes großes Turnier steht bereits vor der Tür: Ab dem 14. Mai tritt er bei der Deutschen Meisterschaft in seiner Heimatstadt München an, wo er auf die nationale Elite trifft – darunter Deutschlands Nummer eins und WEISSENHAUS-Freestyle-Sieger Vincent Keymer.

(Titelfoto: Sandra Schmidt)

Von Conrad Schormann

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