13 Jahre, drei IM-Normen, über 2400 Elo

Christian Glöckler wird Internationaler Meister

Ein Meilenstein für das Supertalent

Eigentlich wollte er ja lieber Atomschach spielen. Nachdem sein Vater Christian Glöckler während der Pandemie einen Lichess-Account angelegt hatte, entdeckte der hessische Steppke die Schachvariante, bei der geschlagene Figuren „explodieren“ und Figuren auf benachbarten Feldern wegsprengen. Aber schließlich fand er doch zum traditionellen Schach.

Jetzt, mit 13, hat Christian Glöckler beim Schachfestival Prag die letzte Hürde zum Titel des Internationalen Meisters (IM) genommen. Seine dritte IM-Norm erzielte er im Open des renommierten Turniers in der tschechischen Hauptstadt und überschritt gleichzeitig die erforderliche Elo-Marke von 2400 Punkten. Damit erfüllt er alle Bedingungen der FIDE für die Verleihung des IM-Titels.

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Glöcklers Entwicklung ist außergewöhnlich. Erst 2020 begann er ernsthaft mit Schach, nachdem während der Pandemie seine anderen Hobbys weggefallen waren. In kürzester Zeit machte er riesige Fortschritte. 2021 wurde er Deutscher Vizemeister U10, 2023 wurde er Doppel-Europameister U12 im Schnell- und Blitzschach. Seine ersten beiden IM-Normen hatte er schon Anfang 2024 erzielt. Nun folgte die dritte und damit der Titel, bis zu dessen offizieller Verleihung es noch etwas dauern wird.

In Prag traf Glöckler auf starke Gegner aus mehreren Nationen, darunter drei Großmeister und zwei Internationale Meister. Mit 7 Punkten aus 9 Partien inklusive eines Schwarzsiegs über GM Tomas Kraus in der Schlussrunde schaffte er nicht nur souverän die Norm, Glöckler blieb obendrein in neun Partien unbesiegt. Dank der gut 30 Elo, die er in Prag gewonnen hat, gelangen ihm die finale Norm und der erste Sprung über 2400 Elo gleichzeitig. Damit steht der Titelverleihung nichts mehr im Weg.

Christian Glöckler hat mit diesem Erfolg seinen Status als eines der herausragenden Talente des deutschen Schachs einmal mehr untermauert. Und doch gibt es jemanden, der den IM-Titel noch früher schaffte: Vincent Keymer wurde mit 12 Jahren IM, spielte zu diesem Zeitpunkt aber schon deutlich länger Schach als „Späteinsteiger“ Christian Glöckler.

Von Conrad Schormann

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